Roswinkel ist ein Reihendorf, das hauptsächlich aus bandartiger Bebauung besteht. Das Gebiet um Roswinkel besteht ausschließlich aus durch Torfmelioration entstandenen Landwirtschaftsflächen. Diese Verbindung prägt den Ort und rückt die Beziehung zwischen Siedlungsform und Landnutzung in den Vordergrund. Gerade wer sich für den Wandel von Landschaften interessiert, kann in Roswinkel beides zusammendenken.
Ortsgeschichte und historische Bauwerke
Roswinkel wurde 1327 erstmals als „Roeswinkel“ in einer Urkunde erwähnt. Die mittelalterliche Entstehung des Kultivierungsdorfs und diese frühe Namensform eröffnen einen zeitlichen Bogen, der bis zu den späteren Veränderungen an Straße, Kanal und Dorfentwicklung reicht. Die Schreibweise „Roeswinkel“ gehört dabei zur historischen Urkunde von 1327, während der heutige Ort Roswinkel heißt.
Die Kirche liegt außerhalb der heutigen Hauptachse der Bebauung von Roswinkel, weil sich die Siedlung nach Westen verlagerte. Der Turm der protestantischen Kirche wurde 1852–1853 hinzugefügt und enthält eine aus dem Jahr 1362 stammende Glocke. Mehrere Epochen treffen hier in einem Bauwerk zusammen: die Verlagerung der Siedlung, der Turm aus dem 19. Jahrhundert und die deutlich ältere Glocke.
An der Roswinkelstraatweg in Roswinkel war ein jüdischer Friedhof bis 1886 in Gebrauch. 1998 wurde der jüdische Friedhof von der Stichting Landschapsbeheer Drenthe instand gesetzt. So reicht die Geschichte dieses Ortes von seiner früheren Nutzung bis zu seiner Instandsetzung im Jahr 1998.
Die Schanshoeve an der Roswinkelerstraat 103 wurde um 1930 erbaut und besitzt ein auffallend großes, villenartiges Vorderhaus in sachlich-expressionistischen Formen. Beim Bauernhof Stad 22 wurde der Wohnteil 1642 erbaut und diente als Schultehuis. Damit umfasst die Ortsgeschichte neben Landschaft und Siedlungsform auch auffällige Architektur und die frühere Funktion eines Schultehuis.
Route, Straße und Kanal
Die Knapzakroute Roswinkel beginnt an der Theaterboerderij De Noorderbak, Roswinkelerstraat 81, 7895 AN Roswinkel. Der Startpunkt liegt damit an einer präzisen Adresse im Dorf und verbindet die Wanderroute mit einem konkreten Ortsnamen.
Auch Straßen- und Wasserbau führen in jüngere Zeitabschnitte. Die Roswinkelerstraat zwischen Nieuw-Weerdinge und Emmer-Compascuum wurde erst 1905 befestigt. Das Roswinkelerkanaal wurde 1933 gegraben; entlang des Kanals entstand nach dem Zweiten Weltkrieg eine bescheidene Erweiterung des Dorfes. Straße, Kanal und spätere Erweiterung markieren unterschiedliche Phasen der Entwicklung Roswinkels.
Die Runde wurde in den ersten Jahren des 21. Jahrhunderts als Wasserlauf wiederhergestellt. Damit kommt zur mittelalterlichen Kultivierungsgeschichte und zur späteren Siedlungsentwicklung ein weiterer wasserbezogener Abschnitt hinzu.
Weitere Orte dieser Destinationsgruppe sind Weiteveen, Nieuw-Amsterdam, Zwartemeer, Emmer-Compascuum, Erica, Emmen und Schoonebeek.