Fochteloo zwischen Hochmoorlandschaft und Dorfgeschichte
Fochteloo und das Fochteloërveen
Fochteloo zeigt eine Verbindung aus Hochmoorlandschaft, Tierwelt und dörflichen Spuren der Vergangenheit. Im Fochteloërveen kommen drei niederländische Schlangenarten vor; im Ort und seinem Umfeld verweisen Glockenstuhl, Friedhof, Kunstwerk und historische Orte auf unterschiedliche Kapitel der Geschichte.
Im Umfeld von Fochteloo steht der 18 Meter hohe Aussichtsturm „De Zeven“. Von dort bietet sich ein Blick über die Hochmoorlandschaft des Fochteloërveen. Die Landschaft erhält dadurch einen festen Orientierungspunkt, während der Turm den Blick über das Moor lenkt. Der Aussichtsturm gehört damit zu den markanten Motiven rund um Fochteloo, ohne dass die Hochmoorlandschaft auf eine einzelne Perspektive reduziert wird.
Im Fochteloërveen kommen alle drei niederländischen Schlangenarten vor: Schlingnatter, Kreuzotter und Ringelnatter. Über die Bonghaar, einen zentral gelegenen Sandrücken, können Besucher im Fochteloërveen radfahren. Die Tierwelt und die Möglichkeit zum Radfahren bilden zwei unterschiedliche Zugänge zu diesem Landschaftsraum.
Kirche, Denkmal und Erinnerungsorte
Auch die Geschichte von Fochteloo ist an konkreten Orten präsent. Der Glockenstuhl von Fochteloo enthält zwei Glocken aus dem 14. Jahrhundert. Auf dem Kerkhof Fochteloo sind die Umrisse der früheren Kirche markiert; dort ist ein Glockenstuhl erhalten. So begegnen sich am Ort Spuren eines früheren Kirchenbaus und ein erhaltenes Bauelement, während die beiden Glocken eine Datierung bis ins 14. Jahrhundert zurückführen.
Das Denkmal im Tiesinga bosje bei Fochteloo erinnert an den Widerstandskämpfer Taeke Schuilenga aus Surhuisterveen. Eine andere historische Spur ist das ehemalige NAD-Arbeitslager Jan van Brakel. Es trug später den Namen Oranjekamp (Kamp Oranje) und wurde 1942 von der Rijksdienst voor de Werkverruiming zur Arbeitsbeschaffung für junge Männer errichtet. Der historische Status dieses Ortes gehört ausdrücklich zur Bedeutung des Lagerstandorts.
Kunst und historische Bauformen
Das Kunstwerk „Het Korhoen van Anne Woudwijk“ besteht aus drei Steinen aus belgischem Hartstein. Es stellt das Birkhuhn dar, das in Fochteloo in den 1980er-Jahren ausgestorben ist. Das Motiv verbindet die lokale Tiergeschichte mit einer künstlerischen Darstellung und erinnert zugleich an eine Art, die heute nicht mehr in Fochteloo vorkommt.
Zur Baugeschichte gehört die Jacobahoeve. Sie ist in Fochteloo das noch einzige erhaltene Exemplar dieses Bautyps. Die Jacobahoeve wurde 1708 erbaut und ist nicht mehr im Originalzustand. Gerade die Kombination aus hohem Alter und verändertem Erhaltungszustand macht den Hof zu einem eigenständigen historischen Detail innerhalb des Ortsbilds.
Routen mit Landschafts- und Geschichtsthemen
Die Swalkroute Fochteloo ist 29 Kilometer lang. Daneben vermittelt die historische Fahrradroute „Historische fietsroute RAAF-dorpen – Fochteloo“ die Geschichte von Ravenswoud, Appelscha, Appelscha-Boven und Fochteloo. Dabei behandelt sie den Torfabbau, den Zweiten Weltkrieg und typische dörfliche Berufe.
Die RAAF-Route führt durch das Fochteloërveen und an verschiedenen historischen Objekten in Ravenswoud, Appelscha, Appelscha-Boven und Fochteloo vorbei. Damit enthält das Routenthema sowohl den Hochmoorraum als auch historische Objekte in mehreren Orten. Für die Einordnung von Fochteloo sind neben der 29 Kilometer langen Swalkroute daher auch die Verbindungen zu Ravenswoud, Appelscha und Appelscha-Boven relevant.
Weitere Orte: Langedijke, Appelscha, Nijeberkoop, Haule, Ravenswoud, Elsloo, Oosterwolde und Oldeberkoop.
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