Schraard – Warftdorf zwischen Landschaft und Geschichte

Schraard zeigt den Charakter eines niederländischen Warftdorfs in einer weiten, offenen Landschaft. Grasland und verstreut liegende Bauernhöfe prägen die Umgebung, während die Silhouette des Dorfs markant aus ihr hervortritt. Für Sie entsteht so ein Ort, dessen Besonderheit sich aus Siedlungsform, Landschaft und kulturhistorischen Zeugnissen erschließt. Die offene Weite bildet den räumlichen Rahmen für die erhöhte Siedlungsform des Dorfs. Wer Schraard aus der Landschaft heraus betrachtet, nimmt die erhöhte Dorfgestalt vor dem offenen Hintergrund als räumlichen Kontrast wahr. Zwischen den Höfen bleiben offene Flächen als Teil des Landschaftseindrucks erhalten.

Warftdorf mit geschütztem Ortskern

Die historische Entwicklung von Schraard als Warftdorf ist in der heutigen räumlichen Struktur weiterhin deutlich erkennbar. Als Warftdorf weist Schraard eine besondere, erhöhte Siedlungsform auf, die dem Dorf sein eigenes Profil gibt. Die Schraarder Vaart begrenzt die östliche Seite der Warft. An der Ostseite endet die Warft an der Schraarder Vaart; der Wasserlauf gehört unmittelbar zur Dorfstruktur und markiert einen klaren räumlichen Rand. Zugleich ist der Ortskern als geschütztes Dorfbild ausgewiesen. Diese räumliche Ordnung prägt den Ort: Nicht einzelne isolierte Sehenswürdigkeiten, sondern das Zusammenspiel von Dorfstruktur, Wasserlauf und offener Umgebung prägt den Ort.

Kirche und historische Spuren

An der Südwestseite des geschützten radialen Warftdorfs liegt der Komplex der Hervormde Kerk. Die Kerk Schraard ist ein einschiffiges, überwiegend aus gelben Ziegeln errichtetes Kirchengebäude mit Kirchturm. In diesem Kirchengebäude ereignete sich um das Jahr 1414 das „Hostienwunder“. Für kulturhistorisch interessierte Besucher verbindet sich hier die sichtbare Architektur mit einer weit zurückreichenden religiösen Überlieferung, ohne dass der Ort auf eine einzige historische Erzählung reduziert werden muss. Die religiöse Überlieferung um 1414 und die Erinnerungen des Kriegsdenkmals gehören unterschiedlichen historischen Zeiten an.

Das Kriegsdenkmal in Schraard

Ein weiteres konkretes Zeugnis der Ortsgeschichte ist das Kriegsdenkmal in Schraard. Es besteht aus zwei eingemauerten Gedenktafeln, die in die Fassade des ehemaligen reformierten Kirchleins eingelassen sind. Das Gebäude wird heute als Vereinsgebäude genutzt. Das Denkmal erinnert an zwei Mitbürger, die während der Besatzungsjahre durch Kriegshandlungen ums Leben kamen, sowie an einen Mitbürger, der im Kolonialkrieg in Indonesien im ehemaligen Niederländisch-Indien fiel. Die heutige Vereinsnutzung des ehemaligen Kirchleins ist dabei vom historischen Gedenken zu unterscheiden. Die Tafeln geben dem historischen Ortsbild eine zusätzliche, nachdenkliche Dimension.

Radroute und räumliche Orientierung

Auch der Bezug zum Radfahren ist konkret: Die Doortraproute Bolsward führt durch Schraard.

Für die Anreise liegt Schraard direkt an Ausfallstraßen nach Makkum und Witmarsum sowie an der A7. Die Straßen nach Makkum und Witmarsum sowie die A7 bilden dabei die konkreten Anreisebezüge des Orts.

Weitere Reiseziele: Idsegahuizum, Piaam, Zurich.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Wûnseradiel.

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