Varik: Dikke Toren, Auenwege und historische Baukultur
Wasserlandschaft und der Dikke Toren
Der Dikke Toren ist der bekannteste erhaltene Teil der mittelalterlichen Kirche von Varik und stammt aus der Zeit um 1300. Mit etwa 35 Metern Höhe bietet der Dikke Toren von der Galerie aus einen weiten Ausblick. Der Turm besteht aus drei Geschossen: Das untere ist aus Tuffstein, das mittlere aus Backstein mit Tuffsteinbändern, das obere vollständig aus Backstein. Die Galerie und die Materialfolge der Geschosse bieten dabei zwei unterschiedliche Blickwinkel auf den Turm.
Im Jahr 2026 ist der Dikke Toren ab dem 31. Mai jeden Sonntag von 13.00 bis 17.00 Uhr geöffnet. Der Turm verbindet Variks Baugeschichte mit der Landschaft an der Waal. Die vierstündige Öffnung am Sonntagnachmittag setzt für einen Turmbesuch einen klaren zeitlichen Rahmen.
Wandern in der Auenlandschaft
Der Ausgangspunkt des Dikke Torenpad in Varik befindet sich an der Fähranlegestelle De Bol. Der Dikke Torenpad verläuft durch die Auenlandschaft bei Varik und Heesselt nahe der Waal. Die Route führt an einer authentischen Hochwasserscheune vorbei, umrundet in den Heesseltse uiterwaarden eine Wasserfläche mit Auwald und verläuft anschließend unbefestigt am Fluss entlang. Die niederländische Bezeichnung uiterwaarden meint die regelmäßig überschwemmbaren Flussauen. Für die Wegeplanung ist der Wechsel vom Ausgangspunkt an der Fähranlegestelle zum unbefestigten Abschnitt am Fluss ein konkreter Bestandteil des Dikke Torenpads.
Eine saisonale Fähre fährt von der Fähranlegestelle De Bol nach Heerewaarden und ermöglicht Wandernden den Anschluss an den Zandslagenpad. Sie verkehrt von April bis Oktober. Die beiden Wege beziehen die Fährstelle auf unterschiedliche Weise ein: Der Dikke Torenpad startet dort, während die Struinroute Zaltbommel–Varik mit der Fähre bei Heerewaarden nach Varik führt; in Varik begrüßt ein einzelner Turm am Deich die Wandernden.
Kirchen, Mühle und Brennerei
Der Komplex H.H. Petrus en Paulus in Varik wurde nach einem Entwurf von A. Tepe von 1877 bis 1879 im neogotischen Stil errichtet. Variks neogotische reformierte Kirche besitzt eine Kanzel von 1660 und einen Glockenstuhl mit einer Glocke von Petit und Fritsen, vermutlich aus dem Jahr 1880. Die Kirche verbindet den neogotischen Bau mit einer Kanzel von 1660 und einer vermutlich aus dem Jahr 1880 stammenden Glocke.
De Bol ist eine 1867 erbaute Getreidemühle. Sie ersetzte eine hölzerne Wippkornmühle, die im Sommer 1865 abgebrannt war. Seitdem dreht sich die Mühle De Bol sehr regelmäßig.
In Varik befindet sich außerdem Stokerij Lubberhuizen in einem schön restaurierten Feuerwehrhaus direkt neben dem charakteristischen Dikke Toren des Betuwse Varik an der Waal. Stokerij Lubberhuizen destilliert Eau de Vie, Liköre und Genever aus Obst und anderen Rohstoffen aus der Region. Regelmäßig werden private oder ausführliche Führungen mit einer besonderen Verkostung der eigenen Eaux de Vie und Käse von Oudwijker angeboten. Der Standort direkt neben dem Turm verbindet die Brennerei räumlich mit Variks Baugeschichte.
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