File:Vrouwentroost Fort bij Kudelstaart 6843.jpg
Foto: MartinD via Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 nl
Kudelstaart verbindet eine weitläufige Wasserlandschaft mit Spuren einer vielschichtigen Ortsgeschichte. Die Westeinderplassen umfassen etwa zehn Quadratkilometer; zu den Dörfern in ihrer Umgebung zählen Aalsmeer, Kudelstaart und Leimuiden. Im Südwesten von Kudelstaart liegen nahe den Westeinderplassen farbenreiche Tulpenfelder. So treffen Wasser, Kulturlandschaft und ländlich geprägte Geschichte auf engem thematischem Raum zusammen.
Wer sich für Wassersport interessiert, findet in Kudelstaart konkrete Anknüpfungspunkte. Die Waterskischool CopinSki liegt direkt an den Westeinderplassen in Kudelstaart und begleitet Wasserski- und Wakeboardfahrer aller Alters- und Leistungsstufen. In der Umgebung liegt außerdem Surfeiland Aalsmeer zwischen den alten Ortskernen von Aalsmeer und Kudelstaart. Dort werden Wasserski, Windsurfen, Stand-up-Paddling und Flyboarding angeboten.
Auch die Jachthaven Kudelstaart gehört zum örtlichen Bild. Sie verfügt über ein Bistro, eine Tankstelle und kostenlose Parkplätze für Tagesbesucher. Außerdem gibt es ein Sanitärgebäude mit Waschmaschine und Trockner. Diese Einrichtungen ergänzen den Blick auf Kudelstaart um eine maritime, praktische Seite.
Kudelstaart entstand um 1200 als Siedlung im Zuge einer Moorentwässerung und -kultivierung. 1237 wurde der Ort erstmals unter dem Namen „Schoenedorp“ erwähnt. Die Kudelstaartseweg geht aus einer Entwässerungs- und Kultivierungsachse hervor und ist noch deutlich erkennbar. Auch die spätere Entwicklung lässt sich an der Ortsgeschichte ablesen: Der Bau des Fort bij Kudelstaart teilte das Lintendorf in zwei Teile; anschließend verlagerte sich das Zentrum von Vrouwentroost im Norden in den Süden.
Das Fort bij Kudelstaart ist ein von einem Wassergraben umgebenes Fort der Stelling van Amsterdam. Es wurde zur Verteidigung eines Zugangs entlang der Kudelstaartseweg angelegt und ist für Besucher nicht zugänglich. Nahe der Kudelstaartseweg 83 befindet sich außerdem die Inlaatsluis, die Bestandteil der Stelling van Amsterdam ist. Damit begegnen Ihnen hier unterschiedliche Elemente derselben niederländischen Verteidigungslandschaft.
Zur Bau- und Kirchengeschichte gehören der ehemalige Kirchenstandort von Calslagen und die R.K. St.-Johannes de Doperkerk. Auf den Kirchenfundamenten von Calslagen wurde eine wenige Steinlagen hohe Mauer aufgemauert; innerhalb des ursprünglichen Kirchenraums liegen mehrere Grabplatten aus dem ursprünglichen Kirchenboden. Die R.K. St.-Johannes de Doperkerk ist eine dreischiffige Kirche mit dreiseitig geschlossenem Chor und einem teilweise eingebauten Turm.
Eine historische Fahrrad- und Wanderroute führt durch Aalsmeer, Kudelstaart und Calslagen. Sie führt zu 36 historischen Orten und nutzt Informationstafeln sowie QR-Codes, um Hintergrundinformationen zu vermitteln. Die Fortenfietsroute hat bei Kudelstaart an der Amstel ihren Wendepunkt, bevor sie nach Aalsmeer zurückführt. Beide Routen zeigen, wie sich Ortsgeschichte, Wege und Wasserlandschaft in unterschiedlichen Streckenformaten verbinden.
Die 18 Kilometer lange Amb8route ist ebenfalls als Fahrrad- und Wanderroute angelegt. Auf ihr kann eine vielfältige Auswahl an Handwerken entdeckt werden. Dazu gehören unter anderem das Räuchern von Aalen, die Seifenherstellung, der Anbau von Blumenzwiebeln sowie das Kochen mit handwerklich hergestelltem Kräuteröl und Kräutermischungen. Kudelstaart steht damit nicht nur für Landschaft und historische Bauwerke, sondern auch für anschauliche Einblicke in regionale Handwerke und Alltagskultur.
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