Lekkerkerk zwischen Deich, Fluss und Geschichte
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Foto: Gerd Eichmann via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Deichdorf am Fluss
Lekkerkerk ist ein langgestrecktes Deichdorf mit großen, überwiegend landwirtschaftlich genutzten Flächen und einer starken Ausrichtung auf den Fluss. Diese Verbindung von Deich, Wasser und offenem Land prägt den Ort ebenso wie seine lange Wirtschaftsgeschichte. Zu den über Jahrhunderte prägenden Erwerbszweigen in Lekkerkerk gehörten Landwirtschaft, Lachsfischerei auf der Lek, Schifffahrt und Schiffbau.
Am Fuß des Lekdijk liegt die Eendenkooi Bakkerswaal. Das Gebiet umfasst 22 Hektar und ist die größte noch genutzte Entenkoje der Niederlande. Bakkerswaal entstand während der großen Elisabethflut von 1421 als Kolk eines Deichbruchs. Bei der Eendenkooi gibt es eine Vogelbeobachtungsstelle mit weitem Blick über die Kooiplas; nördlich der Bakkerswaal verläuft ein frei zugänglicher Wanderweg. Naturbeobachtung und ein Weg am Deich lassen sich hier daher mit der Geschichte der Landschaft verbinden.
Ein weiterer markanter Aussichtspunkt befindet sich im Naturgebiet Den Hoek. Der Aussichtsturm ist zu Fuß und mit dem Fahrrad gut erreichbar. Am Beginn der Ockerse kade an der parallel zur Provinzstraße N210 verlaufenden Straße gibt es einen Parkplatz. Vom Turm haben Besucher einen schönen Blick auf die einzigartige Streifenflurlandschaft des NNN-Gebiets Veenweiden Krimpenerwaard. Für die Orientierung vor Ort stehen damit sowohl ein Aussichtspunkt als auch eine konkrete Anlaufstelle am Straßenrand zur Verfügung.
Kirche, Mauer und Handwerk
Im historischen Teil von Lekkerkerk steht am Kerkplein die Dorpskerk, die aus dem 13. Jahrhundert stammt. Die Kirche ist ein Rijksmonument und besitzt großen historischen Wert. Ihre Geschichte ist zugleich von einem schweren Einschnitt geprägt: 1575 wurden die Kirche und das gesamte Dorf von den Spaniern niedergebrannt; es dauerte 40 Jahre, bis wieder ein nutzbares Kirchengebäude stand. Bauzeit und erhaltene Einordnung eröffnen bei einem Rundgang zwei historische Betrachtungsebenen.
Auch die Muur van Lekkerkerk erzählt vom Verhältnis des Ortes zur Lek. Nach Deichbrüchen im Januar und Februar 1760 wurde die historische Muur van Lekkerkerk durch eine Mauer aus IJsselklinkern ersetzt. Ihre Treppen wurden genutzt, um Wasser aus der Lek zum Waschen zu holen und im Fluss zu fischen. Durch die Öffnungen wurden Schiffe entladen, um Geschäfte und Betriebe vor Ort zu beliefern. Die Mauer war damit nicht nur Begrenzung, sondern Teil des täglichen Wasser- und Wirtschaftslebens.
Entlang des Lekdijk stehen, besonders in Opperduit, ansehnliche Bauernhöfe aus dem 17., 18. und 19. Jahrhundert. Zur lokalen Gewerbegeschichte gehört außerdem die Seilerei der Familie Roest, die eine der bekanntesten Seilereien in der Krimpenerwaard war. Wer den Deich entlanggeht oder fährt, begegnet so unterschiedlichen Spuren von Landwirtschaft, Handwerk und Flusswirtschaft.
Ortszentrum und regionale Verbindung
Die Buslinie 292 verbindet Capelsebrug in Rotterdam mit Lekkerkerk und hält im Ortszentrum. Innerhalb desselben übergeordneten Destinationszusammenhangs gehört auch Krimpen aan de Lek zur weiteren Orientierung. So treffen in Lekkerkerk Landschaft, Ortsgeschichte und regionale Verbindungen auf engem thematischem Raum zusammen.
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