Rilland: Hafen, Poldergeschichte und Wanderwege

Rilland lässt sich über Wasserlandschaft, Poldergeschichte und erhaltene Bauzeugnisse entdecken. Zwischen dem früheren Handelshafen Haven Rattekaai, Spuren des untergegangenen Oud-Rilland und dem Wanderwegenetz Reimerswaal zeigt sich ein Ort mit mehreren historischen Schichten. Auch die Dorfgründung und markante Gebäude wie Mühlen, Kirchen und Bauernhöfe gehören zu diesem Bild.

Hafenlandschaft und Polder

Der Haven Rattekaai entstand 1856 nach der Eindeichung des benachbarten Eerste-Bathpolders als Handelshafen für Rilland. Von dort bietet sich ein Blick über das Schlick- und Salzwiesengebiet des Verdronken Land van Zuid-Beveland. Wenn Sie mit dem Auto anreisen, ist Haven Rattekaai von der Autobahn A58 über die mit Rilland ausgeschilderte Ausfahrt 32 erreichbar.

Das heutige Dorf Rilland wurde Ende des 18. Jahrhunderts mitten in der Reigersbergsche polder gegründet, die 1773 eingedeicht wurde. Die Geschichte des Ortes ist damit unmittelbar mit der Gestaltung des Landes verbunden: Wasser, Schlick, Salzwiesen und eingedeichte Flächen bilden den räumlichen Hintergrund für die historischen Orte rund um Rilland.

Mühlen, Kirche und Mariahoeve

Foort de Jonge ließ De Witte Molen 1851 in Rilland als Getreidemühle entstehen. An der Bathseweg befindet sich die ehemalige reformierte Kirche. Sie ist eine Kreuzkirche mit einem Turm mit hoher quadratischer Spitze an ihrer Südwestecke.

Die Mariahoeve wurde 1780 erbaut und ist der einzige noch in ihrem ursprünglichen Zustand erhaltene vollständige Bauernhof aus dieser Zeit. Zu ihr gehören ein freistehendes Wohnhaus aus dem 18. Jahrhundert und eine schwarz geteerte hölzerne Querdurchfahrtsscheune aus dem 19. Jahrhundert. Seit 1979 gehört die Mariahoeve zu den Rijksmonumenten.

Spuren von Oud-Rilland

Oud-Rilland ging während der Sint-Felixflut von 1530 in der Westerschelde unter; bei Ebbe sind die Überreste zu sehen. Holzreste stammten wahrscheinlich von einer nicht näher bestimmten Struktur im Schlickgebiet bei Rilland und könnten zum 1530 und 1532 untergegangenen Dorf Oud-Rilland gehört haben. Die vorsichtige Einordnung gehört zu den historischen Besonderheiten dieses Landschaftsraums.

Klooster und Hollestelle

Das Klooster van Rilland wurde 1906 von Kapuzinerbrüdern gegründet. Neben dem Klooster van Rilland befindet sich eine Hollestelle, eine künstliche Tränke innerhalb eines Ringwalls. Solche Anlagen wurden grundsätzlich auf Salzwiesen als Tränken für Schafe angelegt; bei Hochwasser konnte sich der Hirte dort mit seinen Schafen zurückziehen. Die Hollestelle neben dem Klooster van Rilland ist eines der wenigen noch erhaltenen Exemplare in Zeeland.

Beim ehemaligen Klooster am Hoofdweg befindet sich eine Informationstafel mit allen Sehenswürdigkeiten entlang der Route Ommetje Rilland: Oud & Nieuw. Das Wanderwegenetz Reimerswaal ist über Verbindungswege mit den Wanderwegenetzen Zuid-Beveland, Tholen und Brabant verbunden, sodass Langstreckenwanderer längere Strecken zurücklegen können.

Wenn Sie Rilland mit weiteren Orten auf derselben regionalen Ebene vergleichen möchten, können Sie Kruiningen und Yerseke heranziehen.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Reimerswaal.

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