Rotsterhaule zwischen Easterskar und Dorfgeschichte
Wasserlandschaft und Torfgeschichte
Rotsterhaule entstand um 1500 als Streusiedlung entlang einer Entwässerungs- und Kultivierungsachse von Sintjohannesga im Nordosten. Ab der Mitte des 18. Jahrhunderts wurde rund um Rotsterhaule Niedermoor ausgebaggert und zu Torf verarbeitet. Der großflächige Torfabbau veränderte Rotsterhaule und das Dorfsgebiet von Rotsterhaule. Rotsterhaule und Sintjohannesga werden als Zwillingsdörfer bezeichnet.
Das Easterskar ist ein Feuchtgebiet, in dem man an alten Torfstichen entlang und durch Moorwald wandern kann. Die langgestreckten Wasserstreifen im Easterskar, sogenannte Torfstiche, entstanden durch das Ausbaggern des Torfs. Das Easterskar blieb von der um 1960 geplanten landwirtschaftlichen Kultivierung verschont. Dadurch blieben im Easterskar besondere Pflanzen, Vögel, Schmetterlinge, Reptilien und Amphibien erhalten.
Im Frühjahr brüten im Easterskar 90 verschiedene Vogelarten. Das Easterskar ist das ganze Jahr über tagsüber für die Öffentlichkeit kostenlos zugänglich. Zugänge zum Easterskar gibt es am Bisschopweg und an drei Stellen entlang der Skarwei. Die Verbindungszone vom Tsjonger zum Easterskar wurde Ende 2018 begonnen und im Frühjahr 2019 fertiggestellt.
Routen und Vogelbeobachtung
Die kurze gelbe Route im Easterskar ist etwa 3,5 km lang und führt an Schilffeldern und Wasserflächen entlang. Die rote Route im Easterskar ist etwa 4,5 km lang und führt durch feuchte Grasländer, Torfstiche und Moorwälder. Beide Strecken machen unterschiedliche Landschaftselemente des Easterskar in ihren jeweiligen Beschreibungen sichtbar, ohne dass die Routen zu einer gemeinsamen Strecke werden.
Die Vogelbeobachtungshütte Skiere Goes ist ganzjährig zugänglich. Für die Vogelbeobachtungshütte Skiere Goes gibt es Parkmöglichkeiten an der Richard Jungweg in Rotsterhaule. Von der Vogelbeobachtungshütte Skiere Goes bietet sich ein vogelreicher Ausblick; im Frühjahr sind an der Vogelbeobachtungshütte Skiere Goes besonders viele Graugänse zu sehen.
Erinnerungsorte und Ortsgeschichte
In der Nähe des Easterskar befindet sich eine Waffenabwurfstelle aus dem Zweiten Weltkrieg mit dem Codenamen „Frying Pan“. Nach der Notlandung versteckte sich John Gordon Fraser zunächst im Easterskar. Siebe de Jong und Jan Sloothaak versorgten John Gordon Fraser mit ziviler Kleidung und Essen.
Auch einzelne Bauwerke in Rotsterhaule haben klar beschriebene Merkmale. Streek 161 ist ein eingeschossiges Wohnhaus aus dem Jahr 1907 mit einem zu einer Dachgaube hochgezogenen Mittelrisalit. Streek 130 ist ein etwa 1930 errichtetes Holzhaus mit reetgedecktem Walmdach und expressionistischen Formen. Streek 151 ist eine 1926 von H. Telgenhof entworfene Stelp-Bauernstelle mit Backsteindachgaube und Backhaus. Boerestreek 7 ist eine moderne Bauernstelle aus dem Jahr 1939.
Backtradition in Rotsterhaule
Die Roggenbrotfabrik von Van Dijk gilt als eines der am besten erhaltenen Beispiele der örtlichen Backtradition. Rotsterhaule und Sintjohannesga waren im vergangenen Jahrhundert für ihr Bäckerhandwerk bekannt. Damit gehört auch die Geschichte des Backens zu den konkret überlieferten Facetten von Rotsterhaule, neben der Torfverarbeitung, der Siedlungsentwicklung und den besonderen Landschaftsräumen des Easterskar.
Weitere Orte auf derselben übergeordneten Ebene sind Rohel, Teroele, Idskenhuizen, Terkaple, Oldeouwer, Sint Nicolaasga, Legemeer und Sintjohannesga.
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