Lobith zwischen Wasserlandschaft und Ortsgeschichte
Wasser, Schilf, Sumpfvögel und offene Landschaft zwischen Lobith und Pannerden
In Lobith treffen Wasserlandschaft, Ortsgeschichte und lokaler Wochenrhythmus aufeinander. Das Naturgebiet Rijnstrangen liegt zwischen Lobith und Pannerden und ist Teil des Natura-2000-Gebiets Rijntakken. Rijnstrangen ist Lebensraum für Sumpfvögel wie Drosselrohrsänger, Rohrdommel, Zwergdommel und Bartmeise. Carvium Novum ergänzt diesen Landschaftsaspekt: Von Lobith aus bietet das Gebiet den Blick auf eine weite Landschaft aus Wasser, Schilf, Gras und bunten Blumen. Von Lobith aus kann man das Gebiet Carvium Novum betreten, um dort spazieren zu gehen. Die Kombination aus Natura-2000-Landschaft, weitem Blick und diesen Sumpfvögeln prägt den Landschaftscharakter dieses Teils von Lobith.
Spuren von Tolhuys und der Mühlentradition im historischen Ortsbild von Lobith
Im Ortsbild ist das Schipperspoortje der letzte sichtbare Überrest des ehemaligen Schlosses Tolhuys. Die heutige runde Steinmühle Tolhuys Coornmolen wurde 1888 als Ersatz für einen durch einen Brand zerstörten hölzernen Vorgänger errichtet. Seit 1995 mahlen freiwillige Müller in der Tolhuys Coornmolen wieder Getreide. Schipperspoortje und Mühle stehen damit für zwei unterschiedliche historische Spuren: das verschwundene Schloss und die seit 1995 wieder nachweisbare Getreidemahlung.
Zwei Kirchen, mehrere Zeitschichten und eine historische zweiklaviaturige Kabinettorgel
Auch die Kirchen von Lobith tragen unterschiedliche Zeitschichten. Die heutige RK-Kirche Lobith wurde 1886 nach einem Entwurf des Architekten Alfred Tepe in einem schlichten neugotischen Stil errichtet und steht am Ort des verschwundenen Tolhuys. Den Grundstein der Protestantse kerk Lobith legten Richter Reinhardt Muller und Pastor Armiger am 7. Juli 1660. In der Kirche befindet sich eine seltene zweiklaviaturige Kabinettorgel aus etwa 1790, die vom Orgelbauer H.H. Hess gebaut wurde. Bauform, Gründungsgeschichte und Orgelbau treten in den beiden Kirchen in unterschiedlicher Form hervor.
Redouten, Wege und eine gelebte religiöse Tradition in Lobith
Die Redoute Carvium Novum verweist zusammen mit den Redouten in der Ossenwaard und der Geuzenwaard auf ein Netzwerk von Wachtürmen, das hier während des Achtzigjährigen Krieges bestand. Wander- und Fahrradwege verbinden die verschiedenen Redoutenstandorte; Informationstafeln vermitteln ihre Geschichte. Jedes Jahr zieht am Sonntag vor Pfingsten eine Sakramentsprozession durch die Straßen von Lobith. So stehen Wege durch die Landschaft neben einer religiösen Tradition, die regelmäßig im Ortsbild sichtbar wird.
Kleiner Markttag und lokaler Wochenrhythmus am Freitagvormittag in Lobith
An Mahltagen erläutern freiwillige Müller in der Tolhuys Coornmolen das jahrhundertealte Handwerk. Jeden Freitagvormittag findet auf dem Markt ein kleiner Warenmarkt statt. Dort findet man frisches Gemüse, Käse, Fisch, Hähnchen und Eier. Die angebotenen Waren geben dem Markt ein klares alltägliches Profil und ergänzen die kulturhistorischen Orte um eine gegenwärtige, lokale Beobachtung.
Weitere Orte: Tolkamer, Spijk, Herwen, Pannerden
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