Oudeschans: Festungswälle, Garnizoenskerk und Westerwoldsche Aa
Unterkünfte in Oudeschans
Wasser, Schleuse und offene Landschaft
Oudeschans liegt an der Westerwoldsche Aa, wo Landschaft und Verteidigungsgeschichte eng zusammenstehen. Mitte des 16. Jahrhunderts wurde in der Westerwoldsche Aa an der strategischen Stelle von Oudeschans eine Schleuse gebaut. Das Schleusensystem der Schanze konnte ein großes Gebiet überfluten, um es für feindliche Heere unzugänglich zu machen. Der ehemalige Hafen ist ein Überrest der alten Westerwoldsche Aa. Zwei Kolken in Oudeschans stammen aus der Zeit der Deichbrüche im 17. Jahrhundert. In Westerwolde gibt es offene Landschaften mit ruhigen Wasserläufen und schönen Ausblicken.
Diese Verbindung aus Wasser und befestigtem Gelände prägt die Orientierung vor Ort, ohne dass die Landschaft auf ein einzelnes Bauwerk beschränkt bleibt. Gerade die Wasserläufe verweisen dabei auf eine Landschaft, deren Nutzung früher auch strategische Bedeutung hatte.
Wandern an der alten Westerwoldsche Aa
Eine markierte Wanderroute verläuft entlang der alten Westerwoldsche Aa. Wer sich zu Fuß durch Oudeschans und seine Umgebung bewegt, trifft dabei auf unterschiedliche Formen der Landschaft: ruhige Wasserläufe, offene Flächen und befestigte Linien. Die Route 31 bietet von der Contrescarpe, der zweiten Verteidigungslinie, Ausblicke auf das befestigte Dorf Oudeschans und die umliegenden Ländereien. Die Bezeichnung Contrescarpe erklärt zugleich die besondere Perspektive dieser Route: Der Blick reicht von einer Verteidigungslinie auf das Dorf und die Landschaft darüber hinaus.
Route 31 endet am Parkplatz Koudehoek nördlich von Oudeschans, 9696 Oudeschans. Zusätzlich können geführte Rundgänge durch Oudeschans und über die Festungswälle reserviert werden.
Garnizoenskerk und Details der Festung
Die Garnizoenskerk wurde 1626 für die in Oudeschans stationierten Militärangehörigen gegründet. Im Inneren besitzt die Kirche ein hölzernes Gewölbe, das auf bemalten Konsolen ruht. An der Ostseite der Garnizoenskerk ist ein Pfarrhaus angebaut. Diese Details geben dem Kirchenbau eine klare Verbindung zur Geschichte des befestigten Ortes, ohne dass dafür ein großer Gebäudekomplex nötig ist.
Auch außerhalb der Kirche erzählen einzelne Bauwerke und Flächen von unterschiedlichen Zeiten. Das Dodenbastion war früher ein Verteidigungswerk und wird bereits seit dem 17. Jahrhundert als Friedhof genutzt. Das Kruydenbastion wird heute als Obstgarten mit alten Obstsorten genutzt. Die 1976 über einem toten Arm der Westerwoldsche Aa errichtete Zugbrücke ist eine Kopie der ursprünglichen Brücke.
Ein befestigtes Dorf mit wechselnder Nutzung
Die Festung von Oudeschans wurde 1814 aufgehoben. Ihre Geschichte endet damit nicht bei einer einzigen militärischen Funktion: Das ehemalige Verteidigungswerk Dodenbastion wird als Friedhof genutzt, während das Kruydenbastion heute ein Obstgarten mit alten Obstsorten ist. Zusammen mit der kopierten Zugbrücke, der Garnizoenskerk und den Wasserresten der alten Aa entsteht ein Ort, an dem sich historische Bauformen, spätere Nutzungen und offene Landschaft unmittelbar als unterschiedliche Themen der Ortsbesichtigung anbieten.
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Zur übergeordneten Reiseübersicht: Bellingwedde.