Vledderveen: Moor, Torf und Kolonien der Weldadigheid
Unterkünfte in Vledderveen
Landschaft aus Moor und Erschließung
Die Landschaft von Vledderveen spiegelt den Einfluss des Menschen durch Torfabbau, Urbarmachung und die Kolonien der Weldadigheid (1818–1824) wider. Der Begriff Urbarmachung bezeichnet allgemein die Erschließung und Nutzbarmachung von Land. 1780 nahmen die Brüder Heloma aus Heerenveen Vledderveen in Angriff und erschlossen das Gebiet durch Gräben von Friesland aus. Nach 1850 siedelten sich entlassene und desertierte Kolonisten mit vielen Kindern aus Frederiksoord und Wilhelminaoord in Vledderveens Moor- und Torfgebiet an.
Kolonien und Höfe
Die Koloniefarm Immer Moed umfasst 20 ha und wurde zwischen 1920 und 1925 zur Ausbildung von Kolonistenkindern zu Landwirten erbaut. Die Farm Werkhorst stammt aus dem Jahr 1914 und wurde 1918 von der Maatschappij van Weldadigheid erworben. Der Kaufmann P.W. Janssen stiftete Geld für den Bau einer Straße, die später seinen Namen trug, und einer Wasserleitung durch Vledderveen. Die Arbeiten waren 1903 abgeschlossen.
Das „Joods monument“ und der Jodenweg
Das „Joods monument“ in Vledderveen ist ein Findling mit einer Plakette. Das „Joods monument“ in Vledderveen erinnert an 180 jüdische Männer, die von Januar 1942 bis zum 2. Oktober 1942 im Kamp Vledder verblieben. In Vledderveen trägt eine Straße den Namen Jodenweg; dort führten jüdische Männer aus dem Kamp Vledder 1942 Straßenarbeiten aus.
Spuren einer älteren Landschaft
Im Koelingsveld liegt ein Urnenfeld mit Grabhügeln aus der späten Bronzezeit. Ein Urnenfeld ist allgemein eine archäologische Bestattungsstelle, an der Urnen beigesetzt wurden; ein Grabhügel bezeichnet einen aufgeschütteten Hügel über einer Bestattung. Bei Vledderveen liegen außerdem mehrere Pingoreste. Pingo-Reste sind Überbleibsel eiszeitlicher, durch gefrorenes Wasser geprägter Erhebungen.
Routen durch Vledderveen
Die Route Ommetje op wielen führt nach Vledderveen und dort über die P.W. Janssenlaan und die Werkhorstlaan. Die 57,8 km lange Route 1 führt an den Kirchen von Vledder, Vledderveen, Frederiksoord, Wilhelminaoord, Havelte und Wapserveen vorbei. Die 57,8 Kilometer der Route 1 und die 17 Kilometer der Wanderrunde setzen jeweils unterschiedliche Zeitrahmen. Die jeweiligen Strecken behalten dabei ihre eigenen Namen und ihre angegebenen Wegführungen.
Wandern und Orientierung
Die 17 km lange Wanderrunde Rondje Vledder-Boschoord führt am Vledderveen vorbei und am Blauwe Gat entlang zurück nach Vledder. Hoeve De Werkhorst ist ein Rastplatz zwischen Vledder, Vledderveen und Doldersum nahe dem Wanderknotenpunkt 11. Ein Wanderknotenpunkt ist eine nummerierte Orientierungsstelle, an der markierte Wege zusammenlaufen oder weitergeführt werden. Im Gebiet Vierdeparten (Friesland) liegen an der Straße Oostvierdeparten Koloniehäuschen. Die Straße verläuft etwa 200 m parallel zum Grensweg, der Provinzgrenze zu Friesland.
Weitere Orte: Uffelte, Wateren, Zorgvlied, Vledder, Diever, Oude Willem, Dieverbrug, Havelte
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