Lottum: Rosenkultur, Maaslandschaft und stille Zeugnisse der Geschichte
Unterkünfte in Lottum
Lottum steht thematisch für Rosenkultur, Landschaft und historische Bauwerke. Für die Reiseplanung stehen in Lottum die Rosenkultur, die Landschaften von Kaldenbroek und Siebersbeek sowie Kapellen, Kirchen und Kulturdenkmäler im Mittelpunkt.
Rosen prägen den Charakter von Lottum
Die ersten Rosen wurden in Lottum um 1875 kultiviert. In Rozendorp Lottum und der unmittelbaren Umgebung werden jährlich etwa 20 Millionen Strauchrosen kultiviert; das entspricht 70 Prozent der niederländischen Produktion. Im Museum der Rozenhof Lottum stehen die Geschichte und Entwicklung der Rosen, ihre Rolle in der Kultur und neue Entwicklungen in der Rosenzucht im Mittelpunkt. Die Rozenhof Lottum ist zugleich täglich von Mai bis einschließlich Oktober von 10:00 bis 17:00 Uhr geöffnet.
Auch die Rozenroute greift dieses regionale Thema auf. Sie ist mit grünen Schildern gekennzeichnet, auf denen „Rozenfietsroute“ steht. Die Rozenhof Lottum ist zugleich ein guter Start- und Endpunkt für interessante Wanderrouten. Das Rozenfestival gehört dagegen zur Vergangenheit: Von 1991 bis zu seiner letzten Ausgabe im Jahr 2018 war es eine zweijährlich stattfindende Veranstaltung.
Alte Maasarme, Heuwiesen und natürliche Bachläufe
Kaldenbroek liegt in einem alten, weitgehend verlandeten Maasarm. Das Gebiet besteht größtenteils aus einem Mosaik teils feuchter Heuwiesen und Erlenbruchwälder. Diese Landschaftsformen geben dem Aufenthalt einen deutlich anderen Akzent als die Rosenkultur: Nicht die gärtnerische Gestaltung, sondern feuchte Böden, Wiesenflächen und Waldstrukturen bestimmen hier den Eindruck.
Im Naturschutzgebiet Siebersbeek haben Bäche ihren natürlichen Charakter bewahrt. Die Strömung des Bachwassers bestimmt dort die Landschaftsform. Bei Siebersbeek befindet sich außerdem eine ehemalige Ölmühle, die bereits in einer Urkunde von 1440 erwähnt wird; die Kammer für das Schaufelrad ist noch erhalten.
Höfe, Mühlen und ein Informationsraum
De Borggraaf wurde erstmals 1501 erwähnt. Das Anwesen ist ein kompaktes Herrenhaus mit einem Vorhof und von Wasser umgebenen Vorgebäuden. Wegen des hohen Erhaltungsgrades seines Komplexes in einer nahezu ungestörten ländlichen Struktur besitzt das historische Landgut allgemeine und kulturhistorische Bedeutung.
In der Houthuizer Molen befindet sich ein Informationsraum, der von der Stichting de Houthuizer Molen betrieben wird.
Kapellen, Kirche und gelebte Erinnerung
Die Quirinuskapelle in Lottum wurde 1946 als Ersatz für eine im Krieg zerstörte Kapelle errichtet. Die ursprüngliche Quirinuskapelle wurde vermutlich um 1638 von Jacob van den Hondskamp gegründet. Die römisch-katholische Pfarrkirche H. Gertrudis entstand 1950 an derselben Stelle wie die 1944 von den Deutschen zerstörte Kirche. 2004 vollendete Verschueren Orgelbouw den Wiederaufbau der Orgel mit Schleifladen auf Grundlage des vorhandenen Materials im Geist von Randebrock.
Auch die kleineren Kapellen tragen konkrete Jahreszahlen und örtliche Bezüge. Die St.-Annakapelle wurde 1909 erbaut und 2002 restauriert. Bei der jährlichen Kirmes- und Fronleichnamsprozession dient sie als Ruhealtar; diese findet immer am ersten Sonntag im Juli statt. Die Heilige Familiekapel wurde 1947 von Bewohnern des Weilers Houthuizen aus Dankbarkeit dafür erbaut, dass der Weiler den Krieg unversehrt überstanden hatte. In der Heiligen Familiekapel wird im Mai und Oktober sonntagnachmittags der Rosenkranz gebetet. Außerdem liegt die Kapelle am Pieterpad.
Verbindungen und historische Orientierung
Die Autofähre Lottum-Lomm verbindet Lottum mit Lomm. Für die historische Mobilität des Ortes steht der frühere eigene Bahnhaltepunkt: Am Bahnhof wurde zur Förderung der Rose ein Rosenbeet angelegt.
Weitere Orte sind: America, Evertsoord, Grubbenvorst, Meterik, Broekhuizenvorst, Griendtsveen, Broekhuizen und Horst.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Horst Aan De Maas.