North Sea Jazz Festival Rotterdam: historischer Rückblick auf 2011
Das North Sea Jazz Festival vom 8. bis 10. Juli 2011 verband Jazz mit Auftritten aus Soul, Funk, Blues, Pop und weiteren Stilrichtungen. Das Programm reichte dabei über eine einzelne Musikform hinaus.
Die Erasmusbrücke verbindet die Ufer der Nieuwe Maas vor Rotterdams Skyline.
Foto: Karin Höll
Vom Kongressgebäude nach Rotterdam
Das Festival begann 1976 im Nederlands Congresgebouw in Den Haag. Die erste Ausgabe nutzte sechs Säle und versammelte rund 300 Musiker vor etwa 9.000 Besuchern. Mit wachsender Größe zog North Sea Jazz 2006 in den größeren Veranstaltungsort Rotterdam Ahoy um. Die neue Stadt wurde damit dauerhaft Teil der Festivalgeschichte.
Seit dem Ortswechsel tritt das Festival in einer Hafenstadt auf, deren Stadtbild von moderner Architektur und Wiederaufbau geprägt ist. Die Stadt Rotterdam und ihre Architektur bilden einen anderen kulturellen Rahmen als der ursprüngliche Den Haager Kongressort; zugleich ist Jazz nur ein Teil des Festivalprogramms.
Die Ausgabe 2011
Das dreitägige Programm verteilte sich auf mehrere Bühnen. Prince trat an allen drei Abenden auf. Am Freitag standen außerdem Paul Simon und B.B. King auf dem Spielplan; Janelle Monáe spielte auf der Maas-Bühne. Esperanza Spalding Chamber Music Society und Return to Forever IV ergänzten an diesem Tag die Jazz-Auswahl. Die tägliche Aufteilung verband Jazzformationen mit Solisten aus weiteren Musikrichtungen. Dabei blieb Jazz der Bezugspunkt, während Blues, Soul, Funk, Hip-Hop, World und Pop die musikalische Spannweite erweiterten. Das Programm umfasste außerdem Musiker-Clinics, Künstlergespräche und am Samstag die Preisverleihung mit anschließendem Konzert des European Jazz Competition.
Auch der Sonntag setzte unterschiedliche Akzente: Herbie Hancock, Wayne Shorter und Marcus Miller widmeten einen Auftritt Miles Davis; auf anderen Bühnen standen unter anderem Snoop Dogg, Mavis Staples und James Blake. Im NRC Jazz Café waren Clinics mit Rudresh Mahanthappa, Barry Harris und Kurt Elling sowie ein Gespräch mit Anouar Brahem und John Surman angesetzt. Diese Auswahl ergänzt das Kunst- und Kulturleben in Rotterdam und die Reihe großer Veranstaltungen in den Niederlanden um konkrete Beispiele der Ausgabe.