Alexander der Große in der Hermitage
Die Hermitage Amsterdam verleiht der Grachtenstadt eigentlich einen Hauch des russischen Zarenhauses. Vom 18. September 2010 ist zum 18. März 2011 hingegen gastiert eine Ausstellung in der Hermitage, die sich nicht mit den Errungenschaften Russlands auseinandersetzt sondern tiefer in die Antike eintaucht. Unter dem Titel „Mythos, Realität, seine Reise, sein Vermächtnis“ steht das Museum gänzlich im Zeichen von Alexander dem Großen.
Der große Feldheer hat nicht nur auf dem archäologischen Sektor sein Erbe hinterlassen. Wie ein stetiges Beispiel schlängelt sich der Makedonier durch die Geschichtsbücher und findet sich auch in den unterschiedlichsten Epochen der Kunst wieder. Auf letzteres Spektrum geht die Ausstellung in der Amsterdamer Hermitage näher ein. Schon die ersten Tage waren ein echter Erfolg. Viele Besucher waren mehr als begeistert von den Bildern und Exponaten rund um den großen Reiterkönig. Was nun für ein halbes Jahr in die Hermitage zusammengetragen wurde fasziniert Historiker und Kunstexperten zugleich.
Neben der aktuellen Ausstellung beheimatet die Hermitage in Amsterdam einige der größten Kunstwerke Europas. In Wechselausstellungen mit der Sankt Petersburger Ermitage oder auch mit anderen namhaften Museen gelangen so Kunstschätze von erheblichem Wert und Würde nach Amsterdam. Nach Öffnung der Sowjetunion war es den russischen Direktoren möglich, eine Zweigstelle im Westen zu eröffnen. Das ehemalige Lazarett und Pflegeheim nahe der Magere Brug bietet heute gut sichtbar eine mehr als würdige Unterkunft für die Exponate. Zwar hatte es das Kunsthaus durchaus schwer sich in der reichen Amsterdamer Museumsszene zu behaupten, gerade aufgrund seiner Lage abseits vom Museumsplein, dennoch schaffte es die Hermitage, sich auch international einen guten Namen zu machen.
Die aktuelle Ausstellung passt zwar auf den ersten Blick oder mehr noch aufgrund des Namens kaum in das russisch anmutende Museum, sollte aber dennoch besucht werden. Findet man zu einer solchen Thematik weltweit doch eher wenige Ausstellungen so lohnt sich ein Rundgang durch die Hermitage gleich doppelt.
Andreas Janßen
Foto: A. Janßen
Datum: 24.10.2010