Menkemaborg in Uithuizen: Borg, Museum und Garten

Zugangsbrücke der Menkemaborg in Uithuizen Menkemaborg in Uithuizen: Zugangsbrücke. Foto: Gouwenaar / Wikimedia Commons, CC0 1.0.

Die Menkemaborg in Uithuizen gehört zu den eindrucksvollsten historischen Borgen im Norden der Niederlande. Das ehemalige Landhaus verbindet ein vollständig eingerichtetes Museum mit einer formal gegliederten Gartenanlage, einem Labyrinth, Nutzgärten und einem historischen Schathuis. Wer Burgen und Schlösser in den Niederlanden entdecken möchte, findet hier einen Ort, an dem Architektur, Familiengeschichte und Gartenkunst unmittelbar zusammenwirken.

Die Anlage ist für einen halben oder ganzen Ausflug geeignet. Im Herrenhaus folgen Besucher der Raumfolge durch große Säle, Wohnräume, Küche und Keller. Draußen zeigen die Gärten, wie ein repräsentativer Landsitz um 1700 organisiert war. Für die Planung sind vor allem die saisonalen Öffnungszeiten, die getrennten Eintrittsmöglichkeiten für Borg und Garten sowie die Zugänglichkeit des historischen Gebäudes wichtig.

Menkemaborg auf einen Blick

  • Ort: Uithuizen in der Provinz Groningen, Menkemaweg 2.
  • Anlage: historische Borg, Museum, Garten, Grachten, Brücken und Schathuis.
  • Ursprung: ein Steenhuis aus dem 14. Jahrhundert; die heutige Gestalt entstand vor allem durch den Umbau um 1700 bis 1705.
  • Museum: Räume mit Möbeln, Porträts, Silber, Porzellan, Kupferwerk, barocken Kaminen und einer besonderen chinesischen Damast-Bettstelle.
  • Garten: rekonstruierte formale Anlage mit Lusthof, Sonnenuhr, Labyrinth, Obsthof, Küchengarten und Rosentunnel.
  • Besuch: Borg und Garten können nach den aktuellen Betreiberangaben gemeinsam oder getrennt besucht werden; Öffnungszeiten und Preise sind saisonal und änderlich.

Vom Steenhuis zum Museum

Die früheste schriftliche Erwähnung eines Steenhuis an diesem Ort datiert nach dem niederländischen Monumentenregister auf das Jahr 1376. Ein solches steinernes Haus war gegenüber vielen Holzbauten seiner Zeit besonders dauerhaft und konnte zugleich als Wohn- und Schutzgebäude dienen. Im frühen 17. Jahrhundert wurde die Anlage unter der Familie Clant zu einem U-förmigen Haus erweitert. Eine historische Bauinschrift erinnert an die Zerstörung um 1400 und die Wiederherstellung im Jahr 1614.

1682 gelangte das Landgut an Mello Alberda. Sein Sohn Unico Allard Alberda übernahm es nach dem Tod des Vaters und ließ das Haus gemeinsam mit seiner Ehefrau Everdina Cornera van Berum grundlegend verändern. Die Umbauten um 1700 bis 1705 gaben der Menkemaborg die regelmäßige, barock geprägte Gestalt, die das Gebäude bis heute kennzeichnet. Die Planung wird dem Architekten Allert Meijer zugeschrieben, der später als Stadtbaumeister von Groningen bekannt wurde.

Die Familie Alberda bewohnte die Menkemaborg als buitenhuis, also als Landsitz außerhalb der Stadt, bis zum Tod des letzten Bewohners Gerhard Alberda van Menkema en Dijksterhuis im Jahr 1902. Seine Erben schenkten das Landgut 1921 dem Groninger Museum. Nach Restaurierungen an Gebäude und Garten öffnete die Menkemaborg 1927 für Besucher. Seit 1969 kümmert sich die Stichting Museum Menkemaborg um Verwaltung und Betrieb.

Architektur und Raumfolge des Herrenhauses

Der Umbau um 1700 ersetzte die ältere, stärker unregelmäßige Anlage durch einen klar gegliederten Baukörper. Die Eingangssituation wurde verlegt und die Fassade regelmäßig gestaltet. Dadurch wirkt die Menkemaborg von außen geschlossen und repräsentativ, obwohl ihre Geschichte auf mehrere deutlich ältere Bauphasen zurückgeht. Die Verbindung von Wassergräben, Brücken und symmetrischer Fassade macht den Anspruch eines adeligen Landsitzes schon beim Ankommen verständlich.

Im Inneren lohnt es sich, nicht nur einzelne Prunkstücke zu betrachten, sondern der Abfolge der Räume zu folgen. Die große zaal, die herenkamer und das Studierzimmer stehen für Repräsentation, Empfang und Bildung. Schlafzimmer, Küche und Keller machen dagegen den privaten und praktischen Teil des Haushalts sichtbar. Barocke Schnitzereien an den Kaminen und mythologische Darstellungen des Malers Hermannus Collenius gehören zu den markanten Ausstattungsdetails.

Zu den besonderen Objekten zählt ein Staatsbett mit einem Baldachin aus gelbem chinesischem Seidendamast. Möbel, Porträts, Silber, Porzellan und Kupferwerk ergänzen die Räume zu einem Ensemble, das weniger wie eine moderne Ausstellung als wie ein bewohnbares Haus wirkt. Gerade dieser Zusammenhang hilft dabei, den Unterschied zwischen einem einzelnen Schlossobjekt und dem Alltag eines großen Haushalts zu verstehen.

Das Museum: Leben im 17. und 18. Jahrhundert

Die Menkemaborg zeigt, wie eine wohlhabende Familie ihren Landsitz nutzte und wie viele Tätigkeiten für den Betrieb eines solchen Hauses erforderlich waren. In den repräsentativen Zimmern wird der gesellschaftliche Anspruch der Bewohner sichtbar; in Küche und Keller geht es um Vorräte, Zubereitung und Versorgung. Die vollständig eingerichteten Bereiche verbinden Kunstgeschichte mit Fragen des Wohnens, Arbeitens und Wirtschaftens.

Besonders anschaulich ist der Kontrast zwischen den fein ausgestatteten Räumen und den weniger repräsentativen Arbeitsbereichen. Besucher können nachvollziehen, wie Personal, Familie und Gäste denselben Gebäudekomplex mit unterschiedlichen Aufgaben und Zugängen nutzten. Für Familien bietet die Raumfolge viele konkrete Anknüpfungspunkte: Wo wurde gekocht, wo gegessen, wo gelernt und wo geschlafen?

Wer weitere historische Sammlungen in der Region kennenlernen möchte, kann den Besuch mit dem Urlaub in der Provinz Groningen und einem Aufenthalt in der Stadt verbinden. Die Menkemaborg ergänzt dabei die städtischen Museen um ein historisches Haus, dessen Räume und Garten als zusammengehörige Einheit erhalten sind.

Der Garten nach dem Plan von etwa 1705

Die Gartenanlage westlich der Borg wurde nach einem erhaltenen Plan aus der Zeit um 1705 rekonstruiert. Geschnittene Buchsbaumhecken teilen die Beete in regelmäßige Felder. Blumen- und Pflanzenarten aus dem 18. Jahrhundert, Taxuskegel und klare Achsen lassen erkennen, wie stark der Garten auf Ordnung und Sichtbarkeit angelegt war. Zwischen den Grachten entsteht ein eigener Rundgang, der das Haus aus unterschiedlichen Blickrichtungen zeigt.

Ein besonderer Bereich ist der abgeschlossene Lusthof am früheren Teehaus. Tore und halbe Kuppeln aus Treillagewerk bilden dort einen dekorativen Rahmen für symmetrische Beete. Hinter der Borg liegt außerdem eine Sonnenuhr, bei der der Schatten eines hölzernen Zeigers die Tageszeit anzeigt. Das große Labyrinth mit einer alten Platane in der Mitte verbindet die historische Gestaltung mit einem spielerischen Erlebnis für Kinder und Erwachsene.

Östlich des Hauses liegen die Nutzgärten. Im fruithof wachsen alte Apfel- und Birnensorten; eine von Birnbäumen gebildete Berceau führt durch den Obstbereich. Hinter dem Schathuis befindet sich der Küchengarten mit Gemüse sowie Küchen- und Heilkräutern. Der Rosentunnel ist meist im Juli ein Höhepunkt, die Blüte hängt jedoch vom Wetter und vom jeweiligen Jahresverlauf ab.

Auch die Wiesen außerhalb der inneren Gartenbereiche gehören zum historischen Umfeld. An der westlichen Seite liegt eine sogenannte viskenij, ein Teich zur Aufbewahrung von Fischen; im Süden befindet sich ein Bereich für Hechte. Eichenpfähle, hölzerne Tore und der Weg entlang der äußeren Gracht bewahren den ländlichen Charakter der historischen Außenanlage.

Schathuis und historische Außenanlage

Das Schathuis war ursprünglich das Wirtschaftsgebäude der Borg. Der Name geht auf ein friesisches Wort für Vieh zurück. In dem Gebäude wurden früher Kutschen und Pferde untergebracht, Heu und Erntevorräte gelagert sowie gekocht, Bier gebraut und Käse hergestellt. Auch Bedienstete hatten dort ihre Räume. Dadurch wird verständlich, dass ein Landsitz nicht nur aus Wohn- und Empfangsräumen bestand, sondern eine eigene wirtschaftliche Infrastruktur benötigte.

Heute befindet sich im Schathuis das Café-Restaurant ’t Schathoes. Es eignet sich für eine Pause vor oder nach dem Museumsrundgang. Brücken, Grachten, das Zugangstor, die Gartenmauer und weitere Nebengebäude stehen zusammen mit der Borg unter Denkmalschutz. Das niederländische Monumentenregister bewertet die historische Außenplaats wegen ihrer Bau-, Architektur- und Gartengeschichte als zusammenhängendes Ensemble.

Die Kombination aus Haus, Garten und Schathuis macht die Menkemaborg auch bei wechselhaftem Wetter interessant. Bei Regen bietet das Museum Schutz, während an trockenen Tagen die Gartenwege, Brücken und die äußere Singel den Besuch verlängern. Für einen Vergleich mit einer weiteren historischen Anlage in Groningen bietet sich die Fraeylemaborg in Slochteren an.

Besuch planen: Öffnungszeiten, Tickets und Anreise

Die Menkemaborg liegt an der Menkemaweg 2 in 9981 CV Uithuizen. Nach den aktuellen Betreiberangaben ist das Museum von März bis September dienstags bis sonntags geöffnet, im Herbst gelten kürzere Zeiten. Im Januar und Februar bleibt es geschlossen. Feiertage, Eintrittspreise und Sonderregelungen können sich ändern; vor der Fahrt sollten deshalb die aktuellen Besucherinformationen der Menkemaborg geprüft werden. Tickets werden derzeit an der Tür verkauft, eine Reservierung ist nach Betreiberangaben normalerweise nicht erforderlich.

Für Borg und Garten gibt es unterschiedliche Eintrittsmöglichkeiten. Der genaue Preis hängt vom gewählten Bereich und von Ermäßigungen ab. Eine Museumskarte wird nach den aktuellen Angaben akzeptiert. Wer vor allem die Gartenanlage sehen möchte, kann den Garten separat besuchen und den Rundgang durch die formalen Beete, den Lusthof und das Labyrinth auf die verfügbare Zeit abstimmen.

Mit dem Zug ist Uithuizen von Groningen aus erreichbar; vom Bahnhof führt ein etwa zehnminütiger Fußweg zur Menkemaborg. Auch eine Busverbindung aus Richtung Groningen hält in der Nähe. Die Zufahrt zum Parkplatz liegt an der Moeshornweg. Fahrräder werden vor der ersten Brücke abgestellt, da die Singel als Fußweg um die äußere Gracht gedacht ist.

Das historische Gebäude hat Schwellen und Bereiche, die nur eingeschränkt zugänglich sind. Für Menschen mit eingeschränkter Mobilität steht nach vorheriger Absprache ein Rollstuhl zur Verfügung; in besonderen Fällen kann die Zufahrt bis zur äußeren Gracht ermöglicht werden. Hunde sind auf der Singel und im Garten angeleint willkommen. Im Haus gelten abweichende Regeln, und im Inneren ist Fotografieren nicht erlaubt.

Menkemaborg als Ausgangspunkt in Groningen

Uithuizen liegt in einer offenen Kulturlandschaft im Norden der Provinz. Ein Besuch lässt sich mit weiteren Sehenswürdigkeiten in den Niederlanden verbinden, ohne den Charakter des Tagesausflugs zu verlieren. Die Stadt Groningen bietet Museen, historische Straßen und Gastronomie; die Menkemaborg setzt dazu einen ruhigen, ländlichen Schwerpunkt.

Wer Natur und Geologie einbeziehen möchte, kann die Reise in Richtung Hondsrug in Drenthe fortsetzen. Für Wasser, Vogelbeobachtung und weite Horizonte eignet sich das Lauwersmeer. Eine Fahrradtour durch die Provinz passt besonders gut zur kleinteiligen Landschaft aus Dörfern, Höfen, Kanälen und Alleen; allgemeine Hinweise bietet der Beitrag zum Fahrradfahren in den Niederlanden.

Für eine kulturgeschichtliche Route sind außerdem die UNESCO-Welterbestätten in den Niederlanden und der Jahreskalender der Events hilfreiche Ergänzungen. Die Menkemaborg selbst ist kein kurzer Fotostopp, sondern ein Ziel, bei dem sich Innenräume, Garten und regionale Geschichte zu einem halben Tag verbinden.

Häufige Fragen zur Menkemaborg

Wo liegt die Menkemaborg?

Die Menkemaborg liegt in Uithuizen in der Provinz Groningen, an der Menkemaweg 2. Vom Bahnhof Uithuizen ist sie zu Fuß in ungefähr zehn Minuten erreichbar.

Wie alt ist die Menkemaborg?

Die Geschichte reicht zu einem Steenhuis des 14. Jahrhunderts zurück; eine frühe schriftliche Erwähnung datiert auf 1376. Das heutige Erscheinungsbild entstand vor allem durch den barocken Umbau um 1700 bis 1705.

Was sieht man im Museum?

Zu sehen sind vollständig eingerichtete Räume mit Möbeln, Porträts, Silber, Porzellan, Kupferwerk, barocken Kaminen und einer besonderen Bettstelle aus chinesischem Seidendamast. Auch Küche und Keller gehören zum Rundgang.

Kann man die Gärten separat besuchen?

Ja. Nach den aktuellen Betreiberangaben gibt es Eintrittsmöglichkeiten für Borg und Garten gemeinsam sowie für den Garten allein. Öffnungszeiten und Preise können sich ändern und sollten vor der Anreise geprüft werden.

Wann blüht der Rosentunnel?

Die Rosen stehen normalerweise im Juli in Blüte. Der genaue Zeitraum hängt vom Wetter und vom Verlauf der Saison ab.

Ist die Menkemaborg barrierefrei?

Das historische Haus ist wegen Schwellen und anderer baulicher Bedingungen nur eingeschränkt zugänglich. Nach vorheriger Absprache kann ein Rollstuhl bereitgestellt und in besonderen Fällen die Zufahrt bis zur äußeren Gracht ermöglicht werden.

Foto: Gouwenaar

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