Gerrit Rietveld wurde 1888 in der Stadt Utrecht geboren. Seine Begabung für Architektur, Design und Kunst festigte er mit seinen Studien derer. Leidenschaft, Temperament und der Wille die Kreativität und Dynamik von vermeintlich statischen Dingen in Kunst zu komprimieren ließ Rietveld einen begnadeten Künstler seiner Zeit werden.
Rietveld verstand die neue Art Kunst in den Alltag zu integrieren, die Begründung der Bewegung des De Stijls, sah sich selbst als Anhänger dieser Kunstrichtung. Dennoch ignorierte er einige Merkmale dieser Stilrichtung. Der Gebrauch von Farbe und Formen indes widmete er sich konstruktiv. Man achtete ihn als Plänerzeichner und baute kleine Modellformen zur Erklärung. Die Witwe einer Anwaltsfamilie, Frau Schröder wurde auf ihn aufmerksam und erteilte Gerrit Rietveld den Bauauftrag für ein ungewöhnliches und überaus funktionales Haus.
Es entstand das Haus in der Erasmuslaan 9, welches heute dem Centraal Museum Utrecht unterstellt ist und seit 2001 von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Frau Schröder, die zugleich auch Ehefrau Rietveld wurde lebte und wirkte bis zu ihrem Tode 1985 in diesem Haus.
In Utrecht fällt das ungewöhnliche Haus noch immer auf. Breite Fensterfronten vermitteln den Eindruck, durch das Haus durchschauen zu können. Auf der Führung durch das Haus, die im jedem Fall zu einem wunderbaren Erlebnis wird, entdeckt man Ecken, die verschwinden, Wände die Zimmer einteilen oder vergrößern, ein Sprachrohr sowie einzigartig designte Stühle, Lampen und Telefonstühle. Lichtöffnungen mitten im Haus fluteten die mehr Tageslicht in das Rietveld-Schröder-Haus.
Es unbeschreiblich, wie viele funktionale Ideen schon seit dem Einzug im Jahre 1924 von Rietveld umgesetzt wurden, an denen so manche Konstrukteure noch heute basteln.