Bombenattrappe das Königshaus der Niederlande

Königin Beatrix
Königin Beatrix

In den Niederlanden war man sichtlich geschockt. „Voor hemelsnaam!“, „Um Himmelswillen“ soll die Königin der Niederlande, Beatrix, als Erstes ausgerufen haben, als man ihr die Ereignisse am Königspalast der Niederlande in Den Haag am Sonntagabend übermittelt wurden. Einigen Mitarbeitern der Fernsehsendung „Undercover in Nederland“ gelang es bereits am 22. 10. 2009 einen Weg in den Palast der niederländischen Königin Beatrix und mit ihnen eine Bombenattrappe.

Den Reportern dieses niederländischen Senders war es nach Angaben der DPA gelungen, als Handwerker getarnt, den Hof des königlichen Palais zu erreichen. Diese falschen Handwerker kamen mit einem Lieferwagen, in dem Sprengstoff-Imitationen gelagert waren. Mit der Aussendung über den Fernsehsender SBS am gestrigen Sonntagabend, die über den „Coup“ berichteten, wurden zugleich die Bewacher einer Monarchie öffentlich blamiert. Nach diversen Angaben anderer Presseagenturen soll es den Reportern sogar gelungen sein, in die Stallungen des königlichen Palais in Den Haag zu gelangen, um dort einen der Schimmel der niederländischen Königin zu streicheln.

Die Behörden gaben jedoch am heutigen Morgen an, dass man sofort mit der Verschärfung der Sicherheitsvorkehrungen für den königlichen Amtssitz Palais Noordereinde in Den Haag begann. Der Chefkoordinator für Terrorismusabwehr, Erik Akerboom, räumte ein, dass die Wachmannschaften des Palastes Fehler gemacht hätten, die so nicht hätten passieren dürfen. Die Oppositionsparteien verlangten eine unabhängige Untersuchung, denn so eine Sicherheitspanne und zugleich Blamage dürfe sich nie wieder wiederholen.

Bei diesem „nur“ imitierten Anschlag darf man jedoch nicht die Bedeutsamkeit solcher oder ähnlicher Taten vergessen. Dieser gefakte Bombenanschlag auf das Königshaus der Niederlande erinnert dennoch an das Ersetzen, welches die Familie erst im April 2009 in Apeldoorn erleiden musste. Dort hatte es ein 38-Jähriger auf den Feierlichkeiten geschafft, mit seinem Auto die Sicherheitsbarrieren zu durchbrechen und raste bis zu seinem dann tödlich endenden Crash beinahe ungebremst auf den Bus der königlichen Familie zu.

Der königliche Palast Noordeinde im Zentrum von Den Haag dient als offizieller Amtssitz der niederländischen Monarchie und befindet sich nur unweit vom Binnenhof, der ehemaligen Stammburg der Oranier und Sitz des Parlaments der Niederlande. Insgesamt gibt es in Den Haag vier Koninklijke Paleizen, Königspaläste und es durchaus möglich, dass man den einem oder anderen aus der königlichen Familie der Niederlande beim Bummeln durch Den Haag begegnen kann. Bis auf eine Ausnahme sind die königlichen Paläste der Niederlande in Den Haag nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. Im Palais Lange Voorhout lebte bis 1891 die niederländische Königin Emma. Dieses Königshaus der Niederlande diente lange Zeit für offizielle Empfänge und ist heute das Museum Escher in Het Palais. Das Königshaus Palais Kneuterdijl ist der Sitz des niederländischen Finanzministeriums und ist ebenso wenig für die Öffentlichkeit zugängig wie Huis ten Bosch, der aktuellen Residenz der Königin, wie das nun durch die Medien und den Anschlag auf das Königshaus der Niederlande in den Vordergrund gerückte Palais Noordereinde, dem ältesten Palast der königlichen Familie.

Foto: Pressestelle au dem Königshaus der Niederlande

Datum: 16.11.2009

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