Winde hat das Marker Meer heute noch, doch sind sie in der ungestümen Art gebrochen. Wellen türmen sich auf, doch Überschwemmungen trachten nicht mehr nach dem Leben. Ein Abschlussdeich im Norden des heute bezeichneten Ijsselmeeres nahm und nimmt der Nordsee die Kraft. Eine Schleuse, gebaut zwischen Enkhuizen und Lelystad, teilt den ehemaligen Zuiderzee in das benannte Ijsselmeer und das südlich gelegene Marker Meer.
Mit einer Größe von gut 700 km² ist eines der größten Binnenmeere der Niederlande und ist Teil der Provinz Noord-Holland. Sportlich, erhaben und voller Stolz knarren die Masten alter Traditionssegler, ein Hauch salziger Luft umweht die Nase, Großsegler demonstrieren Ihr Können auf engsten Raum und in ihren Häfen blüht der Handel und der Fremdenverkehr gleichermaßen.
In den kleinen und größeren Marinas und in den unzähligen Häfen in beinahe jedem Ort gestaltet sich das Leben maritim. Kleine reetgedeckte Häuser und vor allem auf Pfählen gesetzte Holzhäuser sind der Stolz der Fischerdörfer, die mit ihren Trachten und ehrbar gepflegten Traditionen und der ausstrahlenden Gelassenheit jedes Jahr ein Millionen Publikum anziehen. Die berühmten bemalten Holzschuhe, die Klompen, stammen übrigens im Original aus dieser Region.
An den Ufern ragen sich auch die Städte mit der Bewahrung als Käsestadt. Wie einst Käsepreise verhandelt wurden, man heute um Blumen und Gemüse aus Noord-Holland feilscht zeigen Städte wie Edam, Volendam und Alkmaar.
Im Herzen der Uferzonen dominieren wunderbare Landschaften. Moore, Polderland, Gräben, Kanäle, Weide, Auen und immer wieder Wasser stehen teils unter Naturschutz, sind heute Nationalpark und mit den Mühlenstraßen sogar auf der Liste des Weltkulturerbes der UNESCO.